Bemerkenswert

Erster Blogbeitrag

Projekt Bild- und Wortgedanken

Bei dem Projekt Bild- und Wortgedanken lernten Jugendliche und junge Erwachsene an zwei Projekttagen vieles über den Umgang mit der Kamera, sowie das Ausdrücken ihrer Gedanken und Gefühle in Form von Texten in Verbindung mit Bildern.

Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen haben hier die Möglichkeit, ihre Texte und Bilder zu veröffentlichen, gelesen und gesehen zu werden.

 

Apfelkuchen

Apfelkuchen
Eines Nachmittags ging ein kleiner Junge auf eine Apfelplantage um Äpfel für seine Oma zu sammeln. Sie wollten zusammen einen leckeren Apfelkuchen backen. Der kleine Junge wollte nur die aller saftigsten und rotesten Äpfel sammeln, damit der Kuchen ganz besonders gut schmeckt. Die Äpfel hingen alle sehr weit oben in den Bäumen – die roten ganz besonders hoch. Der kleine Junge versuchte mühselig an die roten Äpfel zu gelangen, doch er war zu klein um sie zu pflücken. Zwei Mädchen kamen an der Apfelplantage vorbei und sahen was der kleine Junge tat.

Sie liefen hin und fragte ihn, ob er Hilfe braucht. Da antwortete er, dass er nicht alleine an die Äpfel rankommt, die er für den Apfelkuchen pflücken möchte. Daraufhin schlugen die Mädchen vor eine Räuberleiter zu machen. Diese Idee fand der Junge super und freute sich, dass er Hilfe bekam. Gemeinsam bauten die drei Kinder eine Menschenpyramide und pflückten viele rote Äpfel.

Alle freuten sich über ihren gemeinsamen Erfolg und beschlossen den Apfelkuchen zusammen mit der Oma des kleinen Jungen zu backen.

Als sie am Abend den leckeren Kuchen aßen, wurde ihnen bewusst, dass sie gemeinsam viel mehr schaffen als alleine!

Lisa B.  (Text)

Laura S. (Bild)

Zukunft

Zukunft

 

Ich habe hier diese Wunderkerze. Muss man sich nicht jetzt was wünschen und die Augen zu machen oder sowas? Keine Ahnung, ich zünde sie einfach mal an. Es knistert so schön und die Funken sprühen in der Dunkelheit. Es ist kurz nach Mitternacht und am Ende der Straße schmeißen ein paar Jugendliche Böller in Gullis. Vielleicht sind sie ja betrunken. Jedenfalls gackern sie jedes mal, wenn der Gullideckel hoch plonkt. Und wieder: PLONK.
Ich drehe mich um und schaue in den dunklen Garten. Eine Eisschicht überzieht die Büsche und Bäume. Ein parkendes Auto funkelt im fahlen Laternenlicht und unter den Eiskristallen. PLONK. Das Geräusch des Gullideckels, der dem Bombardement der Feierwütigen nicht standhält reißt mich aus meinen Gedanken. Ich schaue auf die Kerze in meiner Hand, sie scheint schon länger abgebrannt zu sein und raucht nur noch ein bisschen. Der Geruch erinnert mich an die vergangenen Weihnachtstage und obwohl es erst eine Woche her ist, scheinen diese Tage schon in weiter Ferne zu liegen.
Genervt lasse ich die Wunderkerze zu Boden fallen. Das war ja schon mal nichts. Aus der Packung krame ich die Nächste. Umständlich fummel ich an dem Feuerzeug herum, bis die Funken wieder anfangen kleine Freudentänze zu vollführen. Gut, was wünsche ich mir denn überhaupt? Schließlich ist ja Silvester, da muss man sich ja immer die dollsten Vorsätze ausdenken, die man zwei Wochen später eh wieder über den Haufen wirft. Andere wollen nicht mehr so viel trinken, abnehmen, mehr für die Uni tun. Und ich? Klar habe ich auch Baustellen, jeder hat so seine Baustellen. Und jeder hat Selbstzweifel, aber muss ich deswegen unbedingt was daran ändern? Würde das denn dann besser werden oder strebt man dann eh immer nach mehr? „Oh mir geht es ja soo schlecht, ich habe so viel Stress!“ All das Jammern von diesen privilegierten und wohlhabenden Menschen…Und ja, auch ich bedauere mich ab und an, ich gebe es ja zu. Aber muss man deswegen…Moment, irgendwas riecht komisch. Während ich über all das nachgedacht habe, habe ich die Kerze langsam sinken lassen. Ein kleines Loch strahlt mich tiefschwarz von meiner Jacke aus an, als wäre es stolz auf das, wie es entstanden ist. Fluchend schmeiße ich auch diese Wunderkerze auf den Boden, begutachte den Schaden erneut und krame dann die Packung nochmal hervor. Hm, nur noch eine Kerze ist da. Diesmal muss es also klappen. Ich schließe die Augen. Was will ich? Was will ich in der Zukunft? Eigentlich wollen doch alle Menschen dasselbe: glücklich sein. Und das soll mir jetzt diese Wunderkerze erfüllen? Dieses krumme Ding, dass aus Draht und ein bisschen Schwarzpulver besteht? Ich merke, wie ich kritisch den Metalldrahtstummel in meiner Hand betrachte. WUNDERKERZE. Wer denkt sich eigentlich so was aus? Bringt die Wunder? Ist das Wunder, dass man sich am Ende dann doch nicht die Finger verbrennt, auch wenn man immer wieder unbegründet Angst davor hat? Oder ist das Wunder, dass sie so schnell ausgeht, obwohl man ja ein bisschen mehr erwarten könnte bei dem Preis? Naja, ich jedenfalls finde es sehr Wunder-lich, dass ich es irgendwie immer noch nicht gebacken bekommen habe mir etwas zu wünschen. Ok, ich zünde sie einfach nochmal an, auch wenn es die Letzte ist.
Na gut liebe Feuerwerksindustrie, ihr habt gewonnen. Die Dinger sind echt schön. Wie sie so prasseln und leuchten und so langsam beruhige ich mich. Ich starre auf die fliegenden Funken und ein warmes Gefühl steigt in mir auf. Vielleicht muss ich mir auch gar nichts wünschen. Und vielleicht muss ich mir auch gar nichts vornehmen. Vielleicht sollte ich einfach mit dem glücklich sein, was ich habe und mich so akzeptieren, wie ich bin. Wie diese Wunderkerze in meiner Hand. Zunächst ist sie ein grauer, stinkender Stummel. Aber wenn man sie entzündet strahlt sie hell und erfreut Menschen auf der ganzen Welt, ganz egal, ob sie nun Wunder erfüllt, oder nicht. Die letzten Funken der Kerze sprühen und ganz langsam verglüht sie. Und ich, ich bin zufrieden. Vielleicht hat die Kerze auch etwas in mir entfacht. Aber vielleicht, war das auch schon immer da und ich musste es nur entdecken..

 

Leo J. (Text)

Marie-Sofie K. (Bild)

Du, dein Licht und deine Kerze 

Du, dein Licht und deine Kerze 

 

Eine Kerze leuchtet im Dunkel.

Du stehst und siehst wie sie alles um sich herum in ein harmonisches Licht taucht.

Sie verbreitet Wärme.

Innen und außen schließt sich diese Wärme um dich.

Streicht an deiner Haut entlang und umschließt dein Herz.

Du beginnst zu leuchten und dieses Leuchten kannst du weitergeben, denn es vergeht nicht, so lange die Kerze brennt.

Deine Kerze in deinem Herzen.

Lass sie leuchten hell, warm, laut, weit und klar.

Du, dein Licht und deine Kerze

 

Laura S. (Bild und Text)

Die Seele der Dinge 

Die Seele der Dinge

Bile Sklo. Barevne Sklo. Papir. Plast.
1 Praha 1. 012.
LDSD. LSD. LOSD. LOST?
Weißglas. Grünglas. Papier. Plastik.
1. Bezirk Prag, Standort 012.
Weiß. Grün. Blau. Gelb.
Vor grauen Wänden.
Prag. 13 Uhr 37.
Rennen. Laufen. Gehen. Stehen. Sitzen.
Ich gehe vorbei. Stop. Gehe zurück. Noch einmal vorbei. Wieso macht mich das glücklich? Wie viele Menschen laufen hier täglich die Straße auf und ab?
Ein Auge, ein Mund.
Ein Auge, kein Mund.
Zwei Augen, halb geschlossen. Müde.
Zwei Augen, ein Mund.
Sechs Augen, zwei Münder.
Was seht ihr? Könnt ihr hören? Was schmeckt ihr?
Reinheit. Zerstörung. Vandalismus. Ordnung. Graffiti. Hundepinkel. Essensreste.
Was müsst ihr ertragen? Seit wann seid ihr hier?
Zwei Mal pro Woche werdet ihr gegriffen, angehoben, euer Boden wird geöffnet. Leer. Aber trotzdem voll. Voller Erlebnisse, Geschichten, Erfahrungen.
Dabei könnt ihr euch nicht mal bewegen, nicht regen, nicht drehen, nicht ausbrechen.
Regen. Sonne. Sturm. Gewitter.
Und trotzdem beständig.
Beständigkeit. Was ist Beständigkeit? Was bedeutet es, zu bestehen? Was heißt es, wehrlos zu sein? Alles auszuhalten, was dir zugefügt wird? Wie fühlt es sich an, ständig, stetig, konstant die Altlasten der Anderen auf sich zu nehmen? Wie viele Liebesbriefe, Rotweinflaschen, Pizzaschachteln, verheulte Taschentücher habt ihr verschluckt? Wie viele Geschichten tragt ihr in euch?
Wie viel Dreck, Abschaum, Glück, Trauer steckt in euren Mägen? Wie viele Geschichten könnt ihr erzählen?
„Bitte keine heiße Asche einwerfen!“.
Heiß. Kalt. Neu. Alt.
Gebraucht. Benutzt.
Bitte. Danke.
Sonnenaufgang. Sonnenuntergang.
Monotonie.
Immer das Gleiche, und trotzdem anders.
Immer alt, und trotzdem neu.
Beständigkeit.
Sitzen. Stehen. Gehen. Laufen. Rennen.
1. Bezirk Prag, Standort 012.
Plastik. Papier. Grünglas. Weißglas.
Bile Sklo. Barevne Sklo. Papir. Plast.
1 Praha 1. 012.
Weiß. Grün. Blau. Gelb.
Vor grauen Wänden.
Prag. 13 Uhr 38.

 

Elisabeth F.  (Text und Bild)